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Behandlungsprotokoll Sofortbelastung

Mit diesem Artikel stellen wir einen einfachen Ansatz für das Setzen von Implantaten vor. Innerhalb von 24 Stunden kann ein provisorischer, implantatfixierter Metall-Kunststoff-Zahnersatz eingesetzt werden, wodurch die typischen Unannehmlichkeiten für den Patienten mit herausnehmbaren Prothesen vermieden werden, die man normalerweise während der Osseointegrationsphase verwendet. Nach der Osseointegration wird ein definitiver metallkeramischer Zahnersatz hergestellt und auf die Implantate gesetzt.

Abbildung 1

Die Patientin war eine gesunde Mittfünfzigerin, die allerdings stark raucht. Sie kam in unsere Praxis mit dem Wunsch nach einer implantatgestützten Versorgung, da sie das Gefühl hatte, ihre Zähne würden sich verschieben. Die Patientin war absolut gesund, und wir fanden keinerlei relative oder absolute Kontraindikation für eine Implantation.

Abbildung 2

 

 

 

Abbildung 3

Wir führten extraorale und intraorale Untersuchungen durch, bestehend aus parodontaler Sondierung aller Zähne, einem Zahnfilm-Röntgenstatus sowie einem OPG (Abb. 1, 2, 3).

Nach sorgfältiger Untersuchung entschieden wir, dass der beste Behandlungsplan die Extraktion aller Zähne, deren Ersatz mit Implantaten und ein provisorischer, verschraubter Kunststoff-Zahnersatz mit Metallgerüst war, der 24 Stunden nach der Implantatoperation eingesetzt wird. Nach der Osseointegrationsphase erfolgt die definitive Versorgung mit einem verschraubten Metallkeramik-Zahnersatz.

Wir stellten den Behandlungsplan der Patientin vor und informierten sie über alle Vor- und Nachteile, die finanzielle Investition sowie alle mit diesem Verfahren verbundenen Risiken. Die Patientin akzeptierte alle Bedingungen und unterschrieb ihre Einverständniserklärung.

Abbildung 4

Wir begannen die Behandlung mit Mundhygieneinstruktionen, Prophylaxe- und Zahnreinigungsmaßnahmen. Außerdem wurde im gesamten Gebiss eine Parodontalbehandlung durchgeführt und die Seitenzähne extrahiert (Abb. 4).

Abbildung 5

Es wurde eine Scan-Prothese angefertigt und die Patientin unterwiesen, wie diese Scan-Prothese korrekt in den Mund eingesetzt wird. Dann schickten wir die Patientin in unser Radiologie-Zentrum (Ortoscan-Oviedo), um dort einen Dental-Scan entsprechend des SimPlant Scanprotokolls durchführen zu lassen.

Abbildung 6

Der Radiologe führt den Scan durch und schickt dann die Scandaten an die Patientin sowie an DI&B (Madrid), eine SimPlant Master-Einrichtung, die die Bilder in ein SimPlant Projekt umwandelt. Nach Erhalt des SimPlant Projekts via E-Mail kann ich die radiologische Studie auf meinem PC betrachten.

Abbildung 7

Dann plane ich die optimale Position der Implantate direkt in den CT-Bildern mit der SimPlant Software (Abb. 5, 6, 7 und 8). Die Implantatplanung wird an Materialise Dental (Belgien) zur Herstellung einer knochengestützten SurgiGuide geschickt, mit deren Hilfe die Implantate an der im Behandlungsplan festgelegten Position eingebracht werden.

Abbildung 8

Abbildung 9

Etwa elf Tage später erhalte ich in meiner Zahnarztpraxis ein stereolithografisches Modell des Oberkiefers der Patientin und zwei knochengestützte SurgiGuides Bohrschablonen. (Abb. 9)

Abbildung 10

Ich verwende die SurgiGuides Bohrschablonen, um präoperativ ein Gipsmodell herzustellen, das die vier Implantate enthält, die beim provisorischen Sofort-Zahnersatz belastet werden. Der Zahntechniker setzt die mehrteiligen Implantatanaloge ein, stellt einen individuellen Löffel her (Abb. 11) und fixiert die Abformkäppchen mit Modellierkunststoff. Wir verblockten auch die Titanzylinder, um einen Schlüssel zur Überprüfung der Abformung zu erhalten (Abb. 10).

Abbildung 11

Am Tag der Operation beginnt die Anästhesistin, Dr. Plaza, mit der intravenösen Verabreichung der Allgemeinanästhesie, die unserer Meinung nach für lange chirurgische Eingriffe wie bei dieser Patientin absolut erforderlich ist. PROPOFOL wird als Dauerinfusion mit einer Pumpe und in Kombination mit MIDAZOLAM sowie Sauerstofftherapie mit einem Nasenschlauch und einer Konzentration von 1-3 ml/min verwendet. Die Patientin wird inzwischen mit EKG, Pulsoximeter und noninvasiver arterieller Blutdruckmessung überwacht.

Nachdem die Anästhesie ausreichend wirkt, beginne ich die Operation mit meinen beiden Assistenzkräften Noel und Cristina.

 

Wir anästhesieren alle bukkalen und palatinalen Regionen im Oberkiefer zusätzlich mit ULTRACAIN. Mit einer Skalpellklinge 15c sowie Buser- und Prichard-Periotomen führen wir eine Aufklappung durch, um den Knochen zu sehen. Das PIEZOSURGERY-Gerät (MECTRON) wird zur Extraktion der Zähne und Säuberung der Extraktionsalveolen verwendet. Dann wird die knochengestützte SurgiGuide auf die Knochenoberfläche gesetzt, und wir stellen eine perfekte Passform fest (Abb. 12). Also bohren wir durch die Löcher der SurgiGuide, mit der Absicht, 8 REPLANT-Implantate (IMPLANT DIRECT) zu setzen. (Abb. 13, 14).

Abbildung 12

Abbildung 13

Abbildung 14

Abbildung 15

Am Ende der chirurgischen Implantatinsertion werden alle Hohlräume zwischen Knochen und Implantaten mit einer Mischung aus autogenem Knochen, der aus dem Philtrum gewonnen wurde, und NUOSS (ACE SURGICAL) aufgefüllt. Dann werden Einheilabutments und mehrteilige Abutments auf die Implantate gesetzt und der Lappen vernäht (Abb. 15).

Abbildung 16

Nach einer Erholungspause von fünf Minuten für die Patientin beginnen wir mit dem prothetischen Verfahren. Wir setzen die Titanzylinder über die mehrteiligen Abutments und verblocken sie mit Modellierkunststoff (wie in Abbildung 10 auf dem Modell dargestellt), um einen Überprüfungsschlüssel zu erhalten, der gleichzeitig als Stütze für die Bissregistrierung (Abb. 16) und einen Gesichtsbogen (DENAR) dient.

Abbildung 17

Nun setzen wir die Abformkäppchen auf die mehrteiligen Abutments, die wir mit Modellierkunststoff verbunden haben, und nehmen eine Silikonabformung (EXAFAST-GC) mit dem bereits vorbereiteten individuellen Löffel (Abb. 17). Dann werden alle Unterlagen an das Dentallabor geschickt; wir lassen die Patientin aufwachen und nach Hause gehen.

Abbildung 18

Der Zahntechniker gießt die Abformung mit mehrteiligen Laboranalogen in Gips aus, überprüft die Genauigkeit des Modells mit dem Schlüssel und montiert die Gipsmodelle mithilfe des Gesichtsbogens und der Bissregistrierung in den Artikulator. Auf den Modellen wird eine provisorische, verschraubte Kunststoffprothese mit Metallgerüst hergestellt, die 24 Stunden nach der Implantatoperation in den Mund der Patientin eingesetzt wird (Abb. 18)

Zusammenfassung

Mit diesem Fallbericht haben wir ein einfaches Protokoll zum Setzen von Implantaten und zur Herstellung einer sofortigen, provisorischen, verschraubten Kunststoffprothese mit Metallgerüst beschrieben, die 24 Stunden nach der Implantatoperation im den Mund des Patienten eingesetzt wird, wodurch das Tragen einer herausnehmbaren Prothese während der Osseointegrationsphase vermieden wird.

Die Autoren möchten sich an dieser Stelle ausdrücklich bei Dr. Ramon und Dr. Marisa Antin aus San Sebastian für ihre fortwährende Anleitung und Unterstützung bedanken, die ihnen die Durchführung dieser Art einer zahnärztlichen Behandlung ermöglicht haben.

Biografie

Dr. Luis J. Pazos Cóppola, Arzt und Zahnarzt mit eigener Praxis in Gijon (Spanien), spezialisiert auf restaurative Zahnheilkunde und Implantologie.

Dr. María Elena Plaza Macho, Anästhesistin, spezialisiert auf und alleine veranwortlich für die intravenöse Allgemeinanästhesie in der Zahnarztpraxis von Dr. Luis J. Pazos Cóppola.

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